Wann haben Sie sich zuletzt gefragt, welche Ihre Lebensziele sind?

Haben sich Ihre Ziele seit Ihrer Jugend geändert?

 

Diese und andere Fragen kamen auf mich zu, nachdem ich mich bereit erklärt hatte, als Botschafterin der Vielfalt in einem Präsenz-Unterricht über Zukunftswünsche an der Gesamtschule am Forstgarten teilzunehmen. Das war für mich eine sehr positive Erfahrung und ich hoffe auch für die SchülerInnen der 9. Klasse. Das Online-Treffen war eine Woche zuvor sorgfältig vorbereitet und an dem Tag des Unterrichts lief alles reibungslos. In diesem Blog-Beitrag möchte ich meine Erfahrungen den zukünftigen BotschafterInnen der Vielfalt mitteilen.

Anni Velkova-Rehm hatte mich eingeladen, als Botschafterin der Vielfalt an dem Projekt teilzunehmen. Diesen Vorschlag hatte ich mit großer Freude angenommen. Die Begegnungen mit Jugendlichen finde ich immer spannend. Besonders freue ich mich, wenn sie mit mir ihre Lebens-Ansichten teilen.

In der Vorbereitungsphase hatte ich durch Anni die folgenden Anregungen für unsere Begegnung von den SchülerInnen bekommen:

Das Bild zeigt die Auswertung von SchülerInnen-Meldungen mittels app.sli.do. Die Kommentare der SchülerInnen sind nicht korrigiert.

Die Frage, welche Ziele ich als Jugendliche hatte, hat als erste meinen Blick gefangen. Meine Gedanken gingen zurück zu meinen jugendlichen Jahren. Ich hatte damals eigentlich nur Lebensträume gehabt. Manche dieser Lebensträume sind in Erfüllung gegangen, ohne dass ich was Konkretes dafür getan hatte. Meine wirklichen Lebensziele hatte ich mir erst Jahre später gesetzt.

Was ist ein Lebenstraum?

Was ist ein Lebensziel?

Wann wird ein Lebenstraum zum Lebensziel?

Zu diesen Fragen konnte ich mehrere Beispiele aus meinem Leben geben.

Ich ging auch die anderen Fragen durch und notierte mir weitere Anregungen für die geplante Begegnung:

  • Wofür wird Mut gebraucht – um sich ein Ziel zu setzen oder um es zu erreichen?
  • Welche Fähigkeiten werden gebraucht, um ein Ziel zu erreichen?
  • Wodurch zeichnet sich ein guter Job aus?
  • Welche sind die Vorteile und die Nachteile des Lebens in einem kleinen Ort?
  • Herkunft und Minderwertigkeitsgefühl.
  • Was mir über den kurdischen Bergen und über die Kurden dort von einem Freund erzählt wurde.

Die Begegnung verlief wie ein Gespräch in einem Café. Anni moderierte das Treffen und folgte den vorbesprochenen Punkten. Zu jeder Frage erzählte ich aus meiner Lebenserfahrung. Und der Philosophie-Lehrer Philipp Giesinger gab Informationen, wie die einzelnen Begriffe theoretisch definiert sind und welcher Teil der Philosophie sich mit denen auseinandersetzt.

Die SchülerInnen waren das Publikum. In dem Fall war das ein aktives Publikum. Manchmal stellten sie ihre Fragen direkt, oder sie beantworteten die von Philipp geposteten Fragen im Chat. Wie z. B.

Das Bild zeigt die Auswertung von SchülerInnen-Meldungen mittels app.sli.do. Die Kommentare der SchülerInnen sind nicht korrigiert.

Ich merkte das Interesse der SchülerInnen als sie die Frage beantworteten: Welche Fähigkeiten werden gebraucht, um ein Ziel zu erreichen? Ich hatte nur zwei Gründe von mir aus genannt.

Das Bild zeigt die Auswertung von SchülerInnen-Meldungen mittels app.sli.do. Je größer die Schrift, desto größer die Übereinstimmung bei den Teilnehmenden untereinander. Die Kommentare der SchülerInnen sind nicht korrigiert.

Interessant, dass bei der Frage „Was glaubt ihr: Wofür wird mehr Mut gebraucht –  um sich ein Ziel zu setzen oder um es zu erreichen?“ die Mehrheit sich genau anders als ich entschieden hatte.

Das Bild zeigt die Auswertung von SchülerInnen-Meldungen mittels app.sli.do.

 

Das war für mich ein Zeichen, dass diese jungen Menschen ihre eigene Meinung haben, die nicht leicht zu ändern ist.

Mir ist aufgefallen: Noch können die Jugendlichen Lebensziele kaum erkennen – es sind häufig „nur“ Lebensträume, die selten von Selbsterkenntnis und strukturierter Planung getragen sind, sondern von Wünschen und Bildern. Das liegt daran, dass die SchülerInnen noch stark in von der Umwelt gesetzten Zielen leben – Lernzielen, Orga-Strukturen, schulischen Anforderungen. Hier gilt es Mut zu haben, in eine Prüfung zu gehen. Aber dieser Mut ist nicht der, den ich meine, wenn ich davon spreche, Mut zu haben sich wirklich ein Ziel zu setzen – abgeleitet vom Traum, mit Selbsterfahrung und Selbsterkenntnis strukturiert und entwickelt.

 

Am Ende des Gesprächs zeigte ich ein paar Bilder von den kurdischen Bergen und Dörfern und gab die Erzählung eines Freundes, der dort als Tourist war, wieder.

Für mich war diese Begegnung sehr bereichernd. Es bereitete mir eine große Freude, dass die Jugendlichen Interesse am Unterrichts-Thema zeigten und bis zum Schluss aktiv blieben.

Ich hoffe, dass jeder der SchülerInnen etwas von meinen Erzählungen mitnehmen konnte, und dass sie nach diesem Treffen noch mehr Mut besitzen, sich große Ziele zu setzen und diese auch zu erreichen!

Ich bedanke mich bei Anni und Philipp für die Einladung und die hervorragende Organisation!

Das Bild zeigt die Auswertung von SchülerInnen-Meldungen mittels app.sli.do. Die Kommentare der SchülerInnen sind nicht korrigiert.

Text: Maria Brauchle

Redaktion: Thomas Rehm

Bilder: Persönliches Archiv von Maria Brauchles Freund
Screenshots: Anni Velkova-Rehm


Eine Begegnung zum Thema Zukunftswünsche und Lebensziele

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